Zum Inhalt springen
Solar 8 Minuten Lesezeit

Solarreinigung Hausmittel: Was darf auf die Module?

Spülmittel, Essig, Glasreiniger — drei verbreitete Mittel, eine klare Antwort. Welche Hausmittel Ihre Modulgarantie riskieren und was wirklich sicher ist.

Alvin Edwards
Von Alvin Edwards Gründer, KlarWerk 360

Auf einen Blick

  • Osmosewasser oder destilliertes Wasser ist die einzige risikofreie DIY-Option — kalkfrei, rückstandslos, garantiekonform.
  • Spülmittel, Essig und Glasreiniger können Rahmenversiegelungen und Antireflexbeschichtungen angreifen und die Herstellergarantie erlöschen lassen.
  • Leitungswasser mit über 14 °dH (Härtebereich 3–4) hinterlässt Kalkflecken, die den Wirkungsgrad dauerhaft senken.
  • 5–8 % Jahresertragsverlust sind bei stark verschmutzten Modulen messbar — regelmäßige Pflege rechnet sich direkt.
  • Professionelle Reinigung ab ca. 3–5 € pro Modul bleibt bei größeren Anlagen günstiger als der Ertragsverlust durch Verschmutzung.

Warum Verschmutzung den Solarertrag messbar senkt

Schmutz auf Solarmodulen kostet dich bares Geld: Bereits eine gleichmäßige Staubschicht kann den Ertrag um 5–15 % senken, bei starker Verunreinigung durch Vogelkot, Laub oder Industrieruß sind Verluste von bis zu 30 % dokumentiert. Das klingt abstrakt — auf ein Einfamilienhaus mit 10-kWp-Anlage gerechnet, bedeutet das je nach Standort schnell 150–400 € weniger Einspeisung pro Jahr.

Der Grund ist physikalisch simpel: Solarzellen brauchen direktes Licht. Jede Schicht zwischen Sonne und Glasoberfläche streut oder absorbiert einen Teil der eintreffenden Strahlung, bevor sie überhaupt die Siliziumzellen erreicht. Besonders tückisch ist dabei ungleichmäßiger Schmutz. Wenn nur ein Teil eines Moduls abgedeckt ist — zum Beispiel durch einen einzelnen Vogelkot-Fleck — arbeitet das betroffene Modul wie ein Flaschenhals für die gesamte Modulreihe (String). Der sogenannte „Hot-Spot-Effekt" kann dabei die betroffene Zelle dauerhaft schädigen, weil sie Energie als Wärme abgeben muss, statt Strom zu produzieren.

Wie schnell sich Schmutz ansammelt, hängt stark vom Standort ab. Typische Risikofaktoren sind:

  • Flache Modulneigung unter 15°: Regen spült Partikel kaum ab, Wasser steht und hinterlässt Kalkrückstände.
  • Nähe zu Landwirtschaft oder Industrie: Feinstaub, Pollen und organische Ablagerungen setzen sich schneller und hartnäckiger fest.
  • Bäume und Vögel in der Umgebung: Harz, Blätter und Kot sind die häufigsten Ursachen für punktuelle Verschattung.
  • Städtische Lage: Ruß und Reifenabrieb bilden einen dünnen, kaum sichtbaren Film, der die Transmission trotzdem spürbar reduziert.

Regen allein hält Module nicht sauber — das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Wasser aus der Leitung oder vom Himmel enthält Kalk und Mineralien, die nach dem Trocknen als weißer Film zurückbleiben. Wer professionelle Solarreinigung oder DIY-Pflege zu lange aufschiebt, verschenkt Jahr für Jahr Ertrag, den er bereits bezahlt hat — über den Anschaffungspreis der Anlage.

Solarreinigung mit Hausmitteln: Was ist erlaubt, was schadet?

Fast alle gängigen Hausmittel haben auf Solarmodulen nichts zu suchen. Die einzige Substanz, die du bedenkenlos einsetzen kannst, ist weiches oder vollentsalztes Wasser — kombiniert mit einem weichen Tuch oder Schwamm. Alles andere birgt das Risiko, die Antireflexbeschichtung anzugreifen oder die Herstellergarantie zu verwirken.

Besonders häufig kursiert der Tipp, Spülmittel zu verdünnen und auf die Module aufzutragen. Klingt harmlos, ist es aber nicht: Handelsübliches Geschirrspülmittel enthält Tenside, Duftstoffe und teils Chlorverbindungen. Bereits eine Konzentration von 1 % kann die Sol-Gel-Beschichtung, die auf modernen Glas­oberflächen für weniger Reflexion sorgt, langfristig mattieren. Der Effekt ist nicht sofort sichtbar — er zeigt sich erst nach mehreren Reinigungszyklen als dauerhafter Schleier, der den Ertrag um bis zu 5 % reduziert, ohne dass du ihn dem Reinigungsmittel zuordnest. Ähnlich problematisch: Essigreiniger und Zitronensäure. Beide sind milde Säuren, die Kalkrückstände lösen sollen — auf Modulen beschleunigen sie aber die Korrosion an Rahmen und Dichtungen, besonders bei Temperaturen über 30 °C im Sommer.

Alkohol — ob Isopropanol aus der Apotheke oder handelsüblicher Reinigungsalkohol — wird ebenfalls oft empfohlen. Für hartnäckige Flecken wie Vogelkot mag er kurzfristig funktionieren, doch Hersteller wie Fronius, SMA und Trina Solar schließen Schäden durch Lösungsmittel explizit aus der Garantie aus. Bei Modulen, die noch unter der typischen 10- bis 25-jährigen Produktgarantie stehen, ist das ein echtes finanzielles Risiko.

Hier eine Übersicht der häufigsten Hausmittel und ihrer Eignung:

  • Weiches Leitungswasser (unter 10 °dH): ✓ geeignet — kein Kalkfilm, kein chemischer Rückstand
  • Spülmittel (verdünnt): ✗ nicht empfohlen — Tenside greifen Antireflexbeschichtung an
  • Essigreiniger / Zitronensäure: ✗ nicht empfohlen — säurebedingte Korrosion an Rahmen und Dichtungen
  • Isopropanol / Reinigungsalkohol: ✗ nur punktuell für Vogelkot, danach mit Osmosewasser nachspülen — Garantievorbehalt prüfen
  • Glasreiniger (z. B. Sidolin): ✗ nicht empfohlen — Ammoniak- und Tensidgehalt, Streifenbildung durch Rückstände
  • Osmose- oder destilliertes Wasser: ✓ empfohlen — kalkfrei, rückstandslos, herstellerkonform

Wenn du auf der sicheren Seite bleiben willst, gibt es für die professionelle Solarreinigung speziell zugelassene Reinigungskonzentrate, die pH-neutral und beschichtungsschonend sind. Für die meisten Hausdächer reicht aber vollentsalztes Wasser mit leichtem mechanischem Druck vollständig aus — dazu mehr in den nächsten Abschnitten.

Herstellergarantie in Gefahr: Was steht wirklich im Kleingedruckten?

Die meisten Modulhersteller schreiben in ihren Garantiebedingungen vor, dass du beim Reinigen keine chemischen Reinigungsmittel verwenden darfst — wer dagegen verstößt, riskiert den Verlust der Produktgarantie, die oft 10 bis 25 Jahre läuft. Das ist kein Kleingedrucktes aus der Kategorie „Achtung, Kaffee heiß" — das ist ein echter Ausschlussgrund, den Gutachter im Schadensfall prüfen.

Konkret taucht in den Garantiedokumenten von Herstellern wie Trina Solar, Jinko oder Canadian Solar eine fast identische Klausel auf: Schäden, die durch „unsachgemäße Reinigung oder den Einsatz nicht zugelassener Reinigungsmittel" entstanden sind, sind vom Garantieanspruch ausgeschlossen. Was als „unsachgemäß" gilt, bleibt dabei bewusst weit gefasst. Hausmittel wie Essig, Zitronensäure oder handelsübliche Glasreiniger werden nirgendwo explizit freigegeben — sie fallen damit automatisch in die Grauzone. Wenn du später eine Modulreparatur oder einen Austausch geltend machen willst und der Techniker Rückstände auf der Oberfläche findet, hast du schlechte Karten. Modulschäden durch chemische Einwirkung sind im Gutachten dokumentierbar, und der Gegenbeweis liegt bei dir.

Besonders heikel: die Anti-Reflex-Beschichtung. Viele aktuelle Module haben eine Nanobeschichtung auf der Glasoberfläche, die den Lichteinfall um bis zu 3 % verbessert. Säurehaltige oder alkoholbasierte Mittel greifen diese Schicht an — nicht sofort sichtbar, aber mess­bar nach 2 bis 3 Reinigungszyklen. Einmal beschädigt, lässt sich die Beschichtung nicht restaurieren. Ein neues Modul kostet je nach Leistungsklasse zwischen 150 und 400 €, und kein Hersteller übernimmt das, wenn die Ursache ein selbst angemischtes Mittel war.

Die garantiesichere Position sieht so aus:

  • Nur demineralisiertes oder Osmosewasser verwenden — das ist der einzige Reinigungsstoff, den kein Hersteller ausschließt.
  • Weiche Bürste oder Mikrofasertuch statt Scheuerschwamm oder Hochdruckreiniger (ab 50 bar Schädigungsrisiko an Rahmendichtungen).
  • Garantiebedingungen deiner Module konkret nachlesen — die meisten Hersteller stellen aktuelle PDFs auf ihrer Website bereit; suche nach den Begriffen „Reinigung", „Maintenance" oder „Cleaning" im Dokument.
  • Reinigungsprotokoll führen — Datum, Methode, Mittel. Im Garantiefall ist das deine einzige Dokumentation.

Willst du die Garantie absichern und trotzdem ein sauberes Ergebnis, lohnt ein Blick auf professionelle Solarreinigung — dort arbeiten Techniker mit zertifizierten Mitteln und dokumentieren den Einsatz schriftlich, was im Garantiefall als Nachweis gilt.

Wasserhärte und Kalkflecken — ein unterschätztes Problem

Leitungswasser hinterlässt nach dem Trocknen Kalkrückstände auf der Moduloberfläche — selbst wenn du die Scheibe sorgfältig abgewischt hast. In Regionen mit einer Wasserhärte über 14 °dH (deutsch Grad Härte) entstehen sichtbare Schlieren, die den Lichteinfall dauerhaft reduzieren und sich mit normalem Wasser nicht mehr vollständig lösen lassen.

Das Problem ist heimtückisch: Frisch gereinigt sehen die Module ordentlich aus. Erst nach dem vollständigen Abtrocknen zeigt sich das weiße Kalkschleier-Muster. Wer dann nachreinigt, trägt neuen Kalk auf — und der Kreislauf beginnt von vorn. Aus unserer Erfahrung unterschätzen Hausbesitzer diesen Effekt regelmäßig. Bei einem Auftrag in der Rhein-Main-Region haben wir Module gemessen, die trotz erkennbar „sauberer" Oberfläche einen Ertragsrückgang von rund 8 % gegenüber dem Sollwert zeigten — verursacht allein durch eine diffuse Kalkschicht, die das bloße Auge kaum wahrnimmt.

Wie hart das Wasser bei dir zu Hause ist, lässt sich schnell herausfinden: Dein lokales Wasserversorgungsunternehmen ist gesetzlich verpflichtet, den aktuellen Härtegrad auf Anfrage mitzuteilen — viele veröffentlichen ihn auch online. Zur Orientierung:

  • Weiches Wasser (0–8,4 °dH): Kalkablagerungen kaum ein Problem; Leitungswasser hinterlässt wenig Rückstände.
  • Mittelhartes Wasser (8,4–14 °dH): Leichte Schlieren möglich; Abtrocknen mit sauberem Tuch empfehlenswert.
  • Hartes Wasser (14–21 °dH): Deutliche Kalkflecken nach jedem Wasserauftrag; Leitungswasser für die Modulreinigung ungeeignet.
  • Sehr hartes Wasser (über 21 °dH): Kalkschicht bildet sich bereits beim einmaligen Benetzen; hier ist Osmose- oder destilliertes Wasser Pflicht.

In großen Teilen Bayerns, Baden-Württembergs und Hessens liegt die Wasserhärte regelmäßig über 18 °dH. Wer dort mit dem Gartenschlauch auf die Module geht, riskiert, nach der Reinigung mehr Ertragsverlust zu haben als davor — weil die neue Kalkschicht gleichmäßiger und damit lichtundurchlässiger wirkt als der ursprüngliche Staub- und Pollenbelag. Für alles rund um die professionelle Solarreinigung haben wir die wichtigsten Infos im Überblick zusammengestellt.

Osmosewasser und destilliertes Wasser als sichere DIY-Option

Osmosewasser und destilliertes Wasser sind die einzigen Flüssigkeiten, die du risikolos auf Solarmodule auftragen kannst. Beide enthalten praktisch keine gelösten Mineralsalze — der Leitwert liegt unter 10 µS/cm — und hinterlassen nach dem Trocknen keine Kalkflecken oder Rückstände, die die Zellleistung mindern.

Der entscheidende Unterschied zu normalem Leitungswasser: Leitungswasser in Deutschland hat je nach Region einen Leitwert von 200 bis über 600 µS/cm. Jedes Mal, wenn dieses Wasser auf einem Modul trocknet, hinterlässt es einen hauchdünnen Mineralsalzfilm. Über mehrere Reinigungszyklen hinweg summiert sich das zu einer trüben Schicht, die Licht streut, bevor es die Zellen erreicht — messbar bis zu 5 % Ertragsverlust, ohne dass das Modul optisch schmutzig wirkt. Osmosewasser eliminiert diesen Effekt vollständig, weil schlicht nichts zurückbleibt.

Destilliertes Wasser aus dem Baumarkt ist die günstigste Einstiegslösung: Ein 5-Liter-Kanister kostet rund 1,50 €. Für eine typische Hausdach-Anlage mit 20 bis 30 m² Modulfläche brauchst du pro Reinigungsgang etwa 10 bis 15 Liter — Gesamtkosten also unter 5 €. Wer regelmäßig reinigen will, fährt mit einem Umkehrosmose-Aufsatz am Wasserhahn langfristig günstiger: Die Geräte kosten einmalig 80 bis 200 € und liefern danach nahezu unbegrenzt mineralfreies Wasser für wenige Cent pro Liter. Aus unserer Erfahrung rechnet sich ein solches Gerät spätestens nach der dritten Reinigungssaison — besonders in Regionen mit besonders hartem Wasser wie Teilen Bayerns oder Baden-Württembergs.

Beim Kauf gibt es einen einzigen Parameter, auf den du achten musst: den Leitwert, gemessen in Mikrosiemens pro Zentimeter (µS/cm). Alles unter 10 µS/cm ist für die Modulreinigung unbedenklich. Viele Umkehrosmoseanlagen erreichen Werte unter 5 µS/cm. Günstiges destilliertes Wasser aus dem Supermarkt liegt typischerweise zwischen 1 und 5 µS/cm — ideal. Günstige TDS-Messgeräte (unter 10 €) erlauben dir, den Wert deines Osmosegeräts regelmäßig zu prüfen und das Filtermaterial rechtzeitig zu tauschen, bevor die Qualität sinkt.

  • Destilliertes Wasser (Baumarkt/Supermarkt): Leitwert 1–5 µS/cm, ca. 0,30 €/Liter — gut für gelegentliche Reinigung kleiner Anlagen
  • Umkehrosmose-Anlage (Haushalt): Leitwert < 10 µS/cm, Anschaffung 80–200 €, danach Centbeträge pro Liter — lohnt ab der dritten Saison
  • Professionelle Osmose-Speisewasser-Station: Leitwert < 1 µS/cm, Einsatz durch Solarreinigung-Fachbetriebe — Standard bei gewerblicher Reinigung

Module schonend reinigen: DIY-Anleitung in 5 Schritten

Solarmodule lassen sich mit Osmosewasser, einem weichen Mikrofaser-Mop und rund 30 Minuten Zeitaufwand sicher selbst reinigen — vorausgesetzt, du arbeitest am Boden oder hast sicheren Zugang zum Dach. Die folgenden fünf Schritte halten den Prozess so einfach und modulschonend wie möglich.

  1. Zeitpunkt wählen: Reinige morgens früh oder am frühen Abend — nie bei direkter Sonneneinstrahlung und nie, wenn das Glas noch heiß ist. Kaltes Wasser auf heiße Module verursacht Thermospannungen, die das Glas micro-rissig machen können. Der ideale Außentemperatur-Bereich liegt zwischen 10 und 25 °C.
  2. Wechselrichter abschalten: Bevor du einen Tropfen Wasser auf die Module gibst, schalte den Wechselrichter ab — idealerweise per AC- und DC-Trennschalter. Photovoltaikanlagen führen tagsüber auch bei bewölktem Himmel Gleichstrom. Das ist keine Vorsichtsmaßnahme, das ist Pflicht.
  3. Groben Schmutz vorspülen: Spüle die Module zuerst mit reinem Osmose- oder destilliertem Wasser ab, um Sand, Laub und lose Partikel zu entfernen. Kein Hochdruckreiniger — der Wasserdruck darf 40 bar nicht überschreiten, besser bleibst du unter 20 bar. Viele Hersteller schreiben das ausdrücklich in die Garantiebedingungen.
  4. Mit Mikrofaser-Mop wischen: Verwende einen teleskopischen Mikrofaser-Mop mit weichem Bezug (kein Schwamm mit Schleifseite, kein Haushaltseimer mit Resten von Reinigungsmittel). Wische in langen, gleichmäßigen Zügen von oben nach unten. Kein Schrubben, kein Kreisen — lineare Bewegungen vermeiden Kratzer im Anti-Reflex-Coating. Aus unserer Erfahrung hinterlassen günstige Universalmops mit Kunststofffasern auf 10 m² Fläche sichtbare Mikrokratzer, die den Wirkungsgrad dauerhaft um 1–2 % senken können.
  5. Mit Osmosewasser nachspülen und trocknen lassen: Spüle ein zweites Mal mit Osmosewasser nach — das verhindert Kalkflecken beim Trocknen. Wische danach nicht mit einem trockenen Tuch nach: Reibung auf dem Glas erzeugt statische Aufladung, die Staub anzieht. Lass die Module an der Luft trocknen.

Was du für diesen Ablauf brauchst, hält sich preislich in Grenzen: Ein Teleskop-Mop mit Mikrofaserbezug kostet 20–40 €, ein 5-Liter-Kanister destilliertes Wasser im Baumarkt rund 2–3 €. Für eine typische Anlage mit 10 bis 20 Modulen reichen zwei Kanister pro Reinigung. Der Zeitaufwand liegt bei 30–45 Minuten — inklusive Auf- und Abbau.

Sobald Module in mehr als 2 Metern Höhe liegen oder das Dach nicht begehbar ist, hört das sinnvolle DIY-Territorium auf. Was dann realistisch kostet und wann ein professioneller Reinigungsservice günstiger kommt als angenommen, zeigt der nächste Abschnitt.

Wann lohnt ein Profi mehr als Eigenreinigung?

Ein Profi lohnt sich, sobald deine Anlage mehr als 10 Module hat, das Dach steiler als 20° geneigt ist oder die letzte Reinigung länger als 2 Jahre zurückliegt. In diesen Fällen übersteigt der Mehrertrag durch professionelle Reinigung die Kosten — und du vermeidest Garantierisiken durch falsche Mittel.

Die Rechnung ist direkter, als sie wirkt. Eine 10-kWp-Anlage verliert bei starker Verschmutzung bis zu 25 % Ertrag — bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh und 1.000 Volllaststunden sind das rund 750 € entgangene Erzeugung pro Jahr. Eine professionelle Reinigung kostet für eine solche Anlage typischerweise 80–180 €, je nach Region und Zugänglichkeit. Die Amortisation ist also selbst im ungünstigen Fall nach wenigen Wochen erreicht. Unser Partner in NRW rechnet bei Anlagen ab 8 kWp grundsätzlich mit einem positiven ROI für den Kunden — das war bei keinem einzigen Auftrag in den vergangenen zwei Jahren anders.

Daneben gibt es Situationen, in denen DIY schlicht zu riskant wird — unabhängig von der Wirtschaftlichkeit:

  • Steile Dächer ab 35° Neigung: Ohne professionelles Sicherungssystem ist Absturzgefahr real. Kein Ertragsvorteil rechtfertigt dieses Risiko.
  • Hartnäckige Ablagerungen: Vogelkot, Baumharz oder eingebrannte Kalkflecken löst Osmosewasser allein nicht. Profis setzen pH-neutrale Spezialreiniger ein, die vom Modulhersteller freigegeben sind.
  • Garantie-relevante Anlagen: Läuft noch eine Hersteller- oder Installationsgarantie, solltest du jeden Eingriff dokumentiert lassen. Profi-Betriebe, die nach EN-Standards arbeiten, liefern Reinigungsprotokoll und Quittung — beides kann bei einer Garantieanfrage entscheidend sein.
  • Anlagen mit Microinvertern oder Optimierern: Hier lohnt die Kombination aus Reinigung und Ertragsmessung. Ein Fachbetrieb erkennt beim Vor-Ort-Termin sofort, ob ein Modul aus dem Rahmen fällt.
  • Anlagen über 20 Module: Ab dieser Größe dauert sorgfältige DIY-Reinigung einen halben Tag. Zeit ist auch Geld — der Profi erledigt es in 45–90 Minuten.

Wenn du dir unsicher bist, ob deine Anlage in eine der obigen Kategorien fällt, schau dir die Übersicht auf unserer Solarreinigung-Serviceseite an — dort findest du auch einen ersten Kostenrahmen nach Anlagengröße. DIY mit Osmosewasser bleibt für kleine, flach geneigte Anlagen die günstigste Option. Alles darüber hinaus: überlass es jemandem, der das Protokoll mitbringt.

Weiterlesen

FAQ

Fragen zu Solar

Kann ich Solarmodule mit Spülmittel reinigen?

Nein — Spülmittel ist nicht empfohlen. Die meisten Modulhersteller schließen den Einsatz von Reinigungsmitteln auf Tensid-Basis ausdrücklich aus ihren Garantiebedingungen aus. Tenside hinterlassen einen Schleierfilm auf der Glasoberfläche, der Licht streut und den Wirkungsgrad senkt. Zudem können sie die Rahmenversiegelung angreifen, was langfristig zur Delamination führt. Einzige sichere Alternative: Osmosewasser oder destilliertes Wasser mit einer weichen Mikrofaserbürste.

Ist Essig zum Reinigen von Solarmodulen geeignet?

Nein — Essig ist ungeeignet und riskant. Essigsäure ist eine Säure mit einem pH-Wert unter 3. Sie kann die Antireflexbeschichtung auf dem Modulglas dauerhaft mattieren, was den Lichtdurchlass reduziert. Außerdem greift sie Aluminiumrahmen an und kann Dichtungsmassen zersetzen. Mehrere Hersteller (u. a. in ihren Montage- und Pflegeanleitungen) nennen säure- und laugenhaltige Mittel als expliziten Garantie-Ausschlussgrund.

Welches Wasser ist am besten für die Solarreinigung geeignet?

Destilliertes oder vollentsalztes Osmosewasser ist die beste Wahl. Es enthält keine Kalk- oder Mineralrückstände und trocknet rückstandslos. Leitungswasser mit einer Härte über 14 °dH (Härtebereiche 3–4) hinterlässt nach dem Trocknen Kalkflecken, die den Wirkungsgrad dauerhaft senken können. Osmosewasser ist in 5-Liter-Kanistern für ca. 2–4 € erhältlich oder lässt sich mit einem Osmose-Aufsatz für den Gartenschlauch selbst aufbereiten.

Wie oft sollte ich meine Solarmodule reinigen?

In der Regel einmal jährlich — idealerweise im Frühjahr. Wer in der Nähe von Landwirtschaft, Industriegebieten oder stark befahrenen Straßen lebt, sollte zwei Reinigungen pro Jahr einplanen. Vogelkot ist besonders kritisch: Er ätzt sich innerhalb weniger Wochen in die Beschichtung ein und sollte zeitnah — auch außerhalb des regulären Reinigungsrhythmus — entfernt werden. Eine visuelle Kontrolle nach Sturm oder starkem Laubfall ist ebenfalls sinnvoll.

Darf ich einen Hochdruckreiniger für Solarmodule verwenden?

Nein — Hochdruckreiniger sind bei Solarmodulen grundsätzlich verboten. Der Wasserdruck kann Rahmen und Dichtungen beschädigen, Wasser in das Modul treiben und so Kurzschlüsse oder Delamination verursachen. Fast alle Hersteller schließen Schäden durch Hochdruckreiniger explizit von der Garantie aus. Für die DIY-Reinigung eignet sich ausschließlich ein weicher Schwamm oder eine Mikrofaserbürste mit langem Stiel, angewandt mit geringem Anpressdruck.

Was kostet eine professionelle Solarreinigung?

Profis berechnen in der Regel 3–5 € pro Modul, mindestens jedoch eine Anfahrtspauschale von ca. 40–80 €. Bei einer typischen Anlage mit 10–20 Modulen liegen die Gesamtkosten also zwischen 70 und 180 €. Professionelle Anbieter arbeiten mit vollentsalztem Wasser und speziellen Bürsten, sodass keine Rückstände bleiben und die Garantie nicht gefährdet wird. Bei Anlagen auf schwer zugänglichen Dächern ist der Profi aus Sicherheitsgründen ohnehin die richtige Wahl.
Der letzte Schritt

Seriös, geprüft, schriftlich garantiert.

Statt auf Billiganbieter zu hoffen: Ein geprüfter Spezialist, ein Festpreis, ein Ansprechpartner. Schildern Sie uns Ihr Objekt.

  • Antwort binnen 48 hWerktags oft schneller.
  • Kostenlos & unverbindlichAuch bei Vor-Ort-Termin.
  • Schriftlicher FestpreisWas drin steht, zahlen Sie.